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Das Tessin endet für viele an der Promenade von Lugano oder Locarno. Dabei beginnt das eigentliche Tal erst dahinter, mit Steinhäusern, Granitbrücken und Saumwegen, die älter sind als jede Strasse. Die neun Orte unten erreichst du ohne Auto. Bei den Bussen lohnt es sich, den Fahrplan vorher zu prüfen.
Lavertezzo im Verzascatal. Der Fluss ist hier so klar, dass die grünen Becken wie Edelsteine wirken. Die Ponte dei Salti, eine Steinbrücke mit zwei Bögen, spannt sich über das Wasser, und flache Granitplatten laden zum Sitzen ein. Ein Weg führt flussaufwärts durch Kastanienwald und an kleinen Weilern vorbei. Anreise: Zug nach Locarno, dort Bus ins Verzascatal bis Lavertezzo. Beste Zeit: Mai, Juni oder September, wenn weniger Besucher kommen.
Bavonatal und Foroglio. Das Seitental des Maggiatals ist fast frei von Verkehr. In Foroglio stürzt ein hoher Wasserfall direkt neben dem Dorf über die Felswand, die grauen Steinhäuser stehen eng am Hang. Manche Ställe sind unter riesige Felsblöcke gebaut, die einst ins Tal gerollt sind. Anreise: Bus ab Locarno nach Bignasco, dort weiter ins Bavonatal, Fahrplan vorher prüfen. Beste Zeit: Mai bis Oktober, am eindrücklichsten kurz nach Regen.
Intragna im Centovalli. Das Dorf trägt den höchsten Kirchturm des Kantons und liegt hoch über der tiefen Schlucht der Melezza. Von hier führt ein alter Weg hinunter zur Brücke und weiter durch Kastanienwald. Die Bahn von Locarno nach Domodossola fährt durch das ganze Tal und hält im Dorf, die Strecke quert mehrere Brücken. Anreise: Regionalzug ab Locarno nach Intragna, rund eine Viertelstunde. Beste Zeit: April, Mai oder Oktober, wenn das Licht weich ist.
Alte Tremola bei Airolo. Die alte Gotthardstrasse windet sich in engen Kehren zum Pass hinauf. Sie wurde im 19. Jahrhundert gebaut und ist bis heute mit Pflastersteinen belegt, was sie zu einem Stück Verkehrsgeschichte macht. Wer zu Fuss geht, hat die Kehren fast für sich, die Autos nehmen die neue Strasse nebenan. Anreise: Zug nach Airolo, dann zu Fuss oder mit dem Bus Richtung Passhöhe, Fahrplan vorher prüfen. Beste Zeit: Juli bis September, wenn der Schnee weg ist.
Gandria am Luganersee. Das Dorf klammert sich an den steilen Hang und besteht aus Gassen und Treppen, die keinem Auto Platz lassen. Der Olivenweg führt am Ufer entlang bis zum Hafen von Lugano und passiert Gärten, Felswände und stille Buchten. Das Zollmuseum liegt in einem ehemaligen Grenzposten am Wasser. Anreise: Bus ab Lugano nach Gandria oder Schiff über den See. Beste Zeit: April bis Juni oder September, im Hochsommer ist es voller.
Morcote. Am südlichen Ende des Luganersees steigt das Dorf in Terrassen zur Kirche Madonna del Sasso hinauf. Eine lange Treppe verbindet die Uferpromenade mit dem Hügel, unterwegs gibt es Bogengänge und kleine Plätze. Direkt daneben liegt der Parco Scherrer, ein botanischer Garten mit Statuen, Palmen und weitem Seeblick. Anreise: Bus ab Lugano nach Morcote, im Sommer auch mit dem Schiff über den See. Beste Zeit: April und Mai, wenn die Gärten blühen.
Piora. Oberhalb von Piotta öffnet sich ein Hochtal mit dem Ritomsee und dem kleineren Lago Cadagno. Der Weg führt über Alpwiesen, im Hintergrund stehen die Gipfel der Leventina. Die Standseilbahn nach Piora ist eine der steilsten Europas und erspart den ersten Aufstieg. Oben sind die Wege flach und eignen sich auch für kürzere Wanderungen. Anreise: Zug nach Piotta, dann zu Fuss zur Talstation der Standseilbahn. Beste Zeit: Juli bis September, im Oktober färben sich die Lärchen gelb.
Valle di Muggio. Südlich von Mendrisio liegt ein kaum besuchtes Tal mit Dörfern aus Naturstein, Kastanienwäldern und alten Kellern am Hang. Das Dorf Cabbio hat die Cantine, in denen früher Wein und Käse reiften, heute treffen sich hier Einheimische. Die Landschaft wirkt wie eine Reise in ein ruhigeres Tessin. Anreise: Zug nach Mendrisio, dann Bus ins Valle di Muggio, Fahrplan vorher prüfen. Beste Zeit: April bis Juni und im September.
Mendrisio. Der Ort im Süden feiert in der Karwoche historische Prozessionen mit Fackeln, Kostümen und beleuchteten Bildern, die durch die Altstadt ziehen. Die Gassen sind sonst ruhig, mit Palazzi und kleinen Plätzen. Die Stimmung ist ernst und ungewöhnlich, viele Einheimische sind selbst beteiligt. Anreise: Zug nach Mendrisio, der Bahnhof liegt nahe der Altstadt. Beste Zeit: Karwoche im Frühjahr, sonst April bis Juni.
Gyakori kérdések
Was ist die Ponte dei Salti?
Eine Steinbrücke mit zwei Bögen über die Verzasca bei Lavertezzo, mitten in einem klaren Flusstal.
Wie komme ich ohne Auto ins Verzascatal?
Mit dem Zug nach Locarno und dann mit dem Bus bis Lavertezzo. Den Fahrplan prüfst du am besten vorher.
Wann ist die beste Reisezeit im Tessin?
Von Mai bis Juni und im September, wenn es mild ist und weniger Besucher unterwegs sind.
Wie erreiche ich Gandria?
Mit dem Bus ab Lugano oder mit dem Schiff über den Luganersee.
