Ratgeber
Island Ringstrasse: Route, Dauer und Tipps
Von Swiss Vibes Adventure, aktualisiert am
Die Ringstrasse Nummer 1 führt rund 1’330 Kilometer um Island und verbindet Wasserfälle, Gletscher, Lavafelder und heisse Quellen. Für Aktive ist sie ideal, weil sich Fahrtage mit Wanderungen verbinden lassen. Dieser Ratgeber zeigt, wie viel Zeit Sie brauchen, welche Etappen sich lohnen und worauf Sie bei Mietwagen, Wetter und Unterkunft achten sollten. Alle Angaben sind Richtwerte.
Wie viel Zeit braucht die Ringstrasse?
Reine Fahrzeit sind rund 16 bis 18 Stunden, verteilt auf mehrere Tage. Das klingt wenig, aber die Highlights liegen verstreut und verlangen Stopps. Für eine entspannte Rundreise mit Wanderungen empfehlen wir acht bis zehn Tage, mit Westfjorden oder Halbinsel Snæfellsnes eher zwölf bis vierzehn.
Wer nur sieben Tage hat, kann die Ringstrasse schaffen, fährt dann aber an manchen Tagen vier bis fünf Stunden. Das lässt wenig Raum für Wanderungen und Wetterumschwung. Planen Sie lieber eine Region weniger und dafür Pufferzeit ein.
Island ist zudem ein Land, in dem das Wetter die Route mitbestimmt. Ein Reservetag für Sturm oder gesperrte Strassen ist keine Übertreibung, sondern gute Planung.
Die Etappen im Überblick
Im Süden liegen die bekanntesten Wasserfälle wie Seljalandsfoss und Skógafoss, dazu Black Beach bei Vík und die Gletscherzungen des Vatnajökull. Hier lohnt sich eine geführte Gletscherwanderung, bei der Steigeisen und Helm gestellt werden.
Der Südosten rund um Jökulsárlón und Skaftafell bietet Wanderungen in einem Nationalpark mit Gletschern und Wasserfällen. Der Osten ist stiller mit Fjorden und Fischerdörfern, gut für kurze Küstenwege.
Im Norden warten Mývatn mit Kratern und Lavafeldern, Dettifoss als kraftvollster Wasserfall Europas und die Stadt Akureyri. Auf dem Rückweg lohnt sich ein Abstecher auf die Halbinsel Snæfellsnes mit Vulkan und Küstenwegen, bevor Sie in Reykjavik ankommen.
Zwischen den Regionen lohnen sich kurze Stopps an Aussichtspunkten und kleinen Dörfern. Gerade im Osten bieten Fischerorte wie Seyðisfjörður Gelegenheit für eine Pause mit Kaffee und Blick auf den Fjord, ohne dass Sie viel Zeit verlieren.
Mietwagen, Camper und Strassen
Auf der Ringstrasse reicht ein normaler Mietwagen. Strassen ausserhalb sind teils Schotter, und im Winter kann es glatt sein. Für Hochlandpisten, die im Sommer öffnen, brauchen Sie ein geländegängiges Fahrzeug mit Allrad und Fahrerfahrung, sonst buchen Sie lieber eine geführte Tour.
Camper sind beliebt, verlangen aber Planung. Wildes Campen ist in Island nur eingeschränkt erlaubt, übernachtet wird auf ausgewiesenen Plätzen. Wer Komfort schätzt, wählt Gästehäuser und kleine Hotels und plant Wanderungen als Tagesausflüge.
Prüfen Sie den Versicherungsschutz sorgfältig. Schäden durch Sand, Asche und Kies sind oft nicht automatisch gedeckt, ein Zusatzschutz kann sinnvoll sein. Tanken Sie früh, denn Tankstellen sind in manchen Regionen weit auseinander.
Beachten Sie die Verkehrsregeln. Das Licht muss auch tagsüber eingeschaltet sein, das Fahren abseits der Pisten ist streng verboten, und auf Schotterstrecken sollten Sie langsam fahren. Schafe auf der Strasse sind keine Seltenheit.
Wanderungen für Aktive
Island bietet Wanderungen aller Schwierigkeitsgrade. Leichte Wege führen zu Wasserfällen und Geothermalgebieten, anspruchsvolle Touren wie der Laugavegur im Hochland dauern vier bis sechs Tage und verlangen Hüttenreservierung, früh im Jahr.
Für Einsteiger eignen sich Tagestouren im Skaftafell-Gebiet, zum Beispiel zum Svartifoss, und im Þórsmörk-Tal. Der Fimmvörðuháls-Pass verbindet beides und ist eine eindrückliche Tagestour für Geübte, mit rund 22 Kilometern.
Beachten Sie, dass sich das Wetter in Island schnell ändert. Wind, Nebel und Regen sind auch im Sommer möglich. Gute Schuhe, Regenschutz und Windjacke gehören immer in den Rucksack, dazu ein Plan B für die Etappe.
Prüfen Sie vor jeder Wanderung die Tagesvorhersage auf der Webseite des isländischen Wetterdienstes und die Hinweise zu Strassenzuständen. Hinterlassen Sie Ihre Route in Ihrer Unterkunft, besonders bei Touren abseits der bekannten Wege.
Reisezeit: Sommer, Herbst oder Winter
Der Sommer von Juni bis August bringt lange Tage, offene Hochlandpisten und die meisten Besucher. Die Mitternachtssonne gibt Ihnen viel Spielraum für Wanderungen. Dafür müssen Sie früh buchen, weil Unterkünfte und Mietwagen knapp sind.
Im September wird es ruhiger, mit ersten Nordlichtern und goldenen Farben, aber das Wetter ist wechselhafter. Von Oktober bis März ist die Ringstrasse auch im Winter befahrbar, bei Schnee und Eis braucht es aber Erfahrung, kurze Tagesetappen und Vorsicht.
Wir empfehlen für Juli und August fünf bis sieben Monate Vorlauf, für Herbst und Frühling drei bis fünf Monate.
Zum Vergleich: Im Hochsommer bleibt es nachts hell, im Dezember dauert der Tag nur rund vier Stunden.
Geothermale Bäder und Pausentage
Nach einer Wanderung gehört ein Bad in heissen Quellen zu Island wie der Wasserfall. Bekannte Anlagen wie die Blaue Lagune sind sehr beliebt und müssen frühzeitig reserviert werden. Kleine Naturbäder bieten oft mehr Ruhe, hier gelten klare Regeln zur Hygiene, die Sie respektieren sollten.
Planen Sie auf der Rundreise ein bis zwei Pausentage ein, an denen Sie wenig fahren. Gerade bei Wanderungen mit vielen Höhenmetern zahlt sich die Erholung am nächsten Tag aus.
Wir schlagen auf Wunsch Routen mit Bädern, Gletschertour und Pufferzeit vor, abgestimmt auf Ihre Kondition und Ihre Wünsche.
Ein Tipp für Aktive: Beginnen Sie Wanderungen früh am Morgen. Die Parkplätze an den bekannten Wasserfällen sind dann leer, das Licht ist weich und am Nachmittag bleibt Zeit für ein Bad.
Anreise ab Zürich und Budget
Die Flugzeit nach Keflavík beträgt ab Zürich als Richtwert rund drei bis vier Stunden, je nach Saison direkt oder mit Umstieg. Der Flughafen liegt rund 45 Minuten von Reykjavik entfernt.
Island gehört zu den teureren Reisezielen Europas. Verpflegung, Mietwagen und Aktivitäten kosten spürbar mehr als in der Schweiz üblich ist, ein Einkauf im Supermarkt für Lunchpakete spart auf der Tour viel. Unser Paket Island Ringstrasse startet ab CHF 2’490 pro Person.
Wir besprechen Route und Budget im Videocall und senden Ihnen danach ein unverbindliches Angebot.










