Ratgeber
Kick-off-Event im Ausland planen
Von Swiss Vibes Corporate, aktualisiert am
Ein Kick-off-Event zum Jahresstart bringt Teams auf dieselbe Spur. Es klärt Ziele, erklärt Prioritäten und schafft Energie für das neue Jahr. Findet es im Ausland statt, wird es zusätzlich zum Erlebnis. Dieser Beitrag erklärt, wann sich ein Kick-off im Ausland lohnt, welche Ziele im Januar und Februar passen und wie eine Agenda aussehen kann. Er richtet sich an Geschäftsleitung, HR und Assistenz in Schweizer Firmen. Alle Angaben zu Kosten und Zeiten sind Richtwerte.
Warum ein Kick-off im Ausland
Ein Kick-off im Ausland unterbricht den Alltag und signalisiert Wertschätzung. Teilnehmende sind weniger durch das Tagesgeschäft abgelenkt. Der Ortswechsel erleichtert es, Rollen und Hierarchien kurz zu verlassen und offener zu sprechen.
Ein Kick-off lohnt sich besonders bei Veränderungen, etwa neuer Strategie, Zusammenlegung von Teams oder Wachstum. Bei stabilen Teams mit klaren Zielen reicht oft ein Inlandanlass. Prüfen Sie ehrlich, ob der Aufwand dem Ziel entspricht.
Beachten Sie, dass ein Kick-off kein Ersatz für laufende Führung ist. Er wirkt, wenn Ziele und Prioritäten im Alltag weiterverfolgt werden. Planen Sie daher schon vor dem Anlass, wie Beschlüsse im Alltag verankert werden.
Ein weiterer Grund liegt in der Wirkung auf die Zusammenarbeit. Teams, die gemeinsam gereist sind, sprechen im Alltag offener miteinander, und Abteilungen, die sich sonst kaum begegnen, lernen sich kennen.
Der richtige Zeitpunkt im Januar oder Februar
Viele Firmen starten im Januar oder Februar, wenn Jahresziele feststehen und das Geschäft noch ruhiger läuft. Planen Sie rund vier bis sechs Monate Vorlauf, das heisst, die Planung beginnt im Spätsommer oder Herbst des Vorjahres.
Beachten Sie, dass Abschlussarbeiten im Dezember und Januar Kapazitäten binden können. Ein Termin Mitte bis Ende Januar oder im Februar lässt Spielraum. Vermeiden Sie Schulferien und die Zeit rund um grosse Messen.
Informieren Sie das Team früh, am besten schon im Herbst, damit Ferien und private Pläne darauf abgestimmt werden können. Ein Datum, das im Oktober feststeht, wird deutlich besser angenommen als eine Einladung im Dezember.
Ziele für die kalte Jahreszeit
Im Winter sind Ziele mit mildem Klima gefragt. Mallorca, Lissabon und Barcelona sind im Januar und Februar kühl, aber freundlich und deutlich milder als die Schweiz, teils sind Aktivitäten im Freien möglich. Dubai bietet im Winter angenehme Temperaturen und passt für Premium-Anlässe.
Städte wie Wien, Berlin oder London sind im Winter kalt, bieten aber Innenprogramm und Atmosphäre. Prüfen Sie die Verfügbarkeit, denn manche Resorts schliessen im Winter, und Hotels in Dubai sind in der Hochsaison früh belegt. Auf Mallorca sind Häuser in Palma und Alcúdia mit Ganzjahresbetrieb die sichere Wahl, in Lissabon liegen die Tageshöchstwerte im Januar meist um 15 Grad, in Dubai um 24 Grad. In Barcelona fällt der Mobile World Congress oft in den Februar oder März und verteuert Hotels.
Berücksichtigen Sie die Flugzeit. Für zwei bis drei Tage eignen sich Ziele bis zu drei Stunden Flug. Für Dubai planen Sie vier bis fünf Tage ein, damit sich die Anreise lohnt.
Fragen Sie bei Hotels nach Winterpreisen und nach der Verfügbarkeit des Tagungsraums. Ausserhalb der Hauptsaison sind Konditionen oft besser, und Hotels gehen gerne auf Wünsche ein, wenn die Gruppe verbindlich zusagt.
Agenda-Beispiel für zwei Tage
Am ersten Tag begrüsst die Geschäftsleitung das Team und zeigt Rückblick und Jahresziele. Es folgen ein Workshop zu Prioritäten, eine Mittagspause und ein Teambuilding am Nachmittag. Der Abend gehört einem gemeinsamen Essen ohne offizielles Programm.
Am zweiten Tag arbeiten Teams an konkreten Massnahmen und stellen sie im Plenum vor. Am Nachmittag folgen Beschlüsse mit Verantwortlichen und Terminen und ein kurzer Abschluss. Danach bleibt Zeit für die Rückreise.
Ein Moderator erhöht die Qualität, weil die Geschäftsleitung selbst Teilnehmerin bleibt. Halten Sie die Agenda knapp und planen Sie Pausen ein.
Ergänzen Sie jeden Block mit einem klaren Ergebnis, zum Beispiel einer Prioritätenliste oder einem Massnahmenplan. Ein Block ohne Ergebnis ist meist verlorene Zeit.
Agenda-Beispiel für drei Tage mit Rahmenprogramm
Bei drei Tagen kommen ein Anreisetag mit lockerem Beginn, zwei Arbeitstage mit Workshops und ein halber Tag für Rückreise hinzu. Der Anreisetag endet mit einem Abendessen, der zweite Tag mit einem besonderen Erlebnis, etwa einem Kochkurs oder einer Bootsfahrt.
Mit dem Rahmenprogramm wächst das Gemeinschaftsgefühl, und die Arbeitsblöcke werden produktiver. Achten Sie darauf, dass der Anteil Arbeit und Freizeit zum Ziel passt.
Budget und Kosten als Richtwert
Als Richtwert liegt ein Kick-off von zwei bis drei Tagen in Europa ab etwa CHF 900 bis 1’500 pro Person. Premium-Ziele wie Dubai liegen höher. Ihr Angebot kann je nach Ziel und Termin abweichen. Verbindliche Zahlen gibt es mit einem Angebot für Ihre Gruppe.
Rechnen Sie Tagungsraum, Technik, Moderation, Verpflegung, Transfers und Reiseversicherung ein. Planen Sie zehn bis fünfzehn Prozent Reserve. Mit der Sammelrechnung vergleichen Sie Budget und Ist-Kosten in einem Dokument. Für Mehrwertsteuer und Spesenabzug holen Sie bitte die Einschätzung Ihrer Treuhandstelle ein.
Eine Möglichkeit, Kosten zu steuern, ist der Anteil Programm. Wer auf aufwendige Aktivitäten verzichtet und stattdessen in einen guten Tagungsraum und ein gutes Abendessen investiert, erreicht oft mehr als mit vielen Programmpunkten.
Kommunikation und Nachbereitung
Teilen Sie früh das Datum mit und senden Sie die Einladung mit Ziel, Ablauf und Regeln zur Arbeitszeit. Fragen Sie nach Wünschen und Einschränkungen. Eine kurze Informationsrunde per Videocall klärt offene Punkte.
Nach dem Kick-off halten Sie Beschlüsse schriftlich fest und verteilen sie. Prüfen Sie nach drei Monaten, was umgesetzt wurde.
Teilen Sie ein Protokoll mit Beschlüssen innert einer Woche. Je schneller die Ergebnisse sichtbar werden, desto eher spüren Teilnehmende, dass der Anlass etwas verändert hat.






