Ratgeber
Fliegen mit Kleinkindern: die Checkliste
Von Swiss Vibes Family, aktualisiert am
Mit Kleinkindern zu fliegen ist machbar, wenn Sie gut vorbereitet sind. Wichtig sind eigene Ausweise, eine passende Flugzeit, die richtigen Sitzplätze, Medikamente und Beschäftigung. Dieser Ratgeber führt Sie durch die wichtigsten Punkte für Reisen ab Zürich, Genf oder Basel und endet mit einer kurzen Checkliste. Die Angaben sind allgemein gehalten, prüfen Sie die Bedingungen Ihrer Fluggesellschaft und Ihres Ziellandes im Einzelfall.
Ausweise für Kinder und Babys
Jedes Kind braucht für Reisen ins Ausland einen eigenen Ausweis, auch Babys. Ein Eintrag im Pass der Eltern genügt nicht. Je nach Ziel reichen Identitätskarte oder Reisepass, manche Länder verlangen den Pass.
Beantragen Sie Kinderausweise früh, die Ausstellung kann einige Wochen dauern. Prüfen Sie ausserdem die Gültigkeit, manche Länder verlangen, dass der Ausweis bei der Einreise noch mehrere Monate gültig ist.
Prüfen Sie auch den Namen im Ausweis und auf der Buchung. Die Schreibweise muss übereinstimmen, sonst kann es beim Check-in Probleme geben. Das gilt besonders bei Doppelnamen, die in manchen Dokumenten unterschiedlich geschrieben werden.
Planen Sie für Fotos von Babys etwas Zeit ein. Für Ausweisfotos gelten feste Regeln, etwa neutraler Blick und freies Gesicht, was bei kleinen Kindern Geduld braucht. Viele Fotostudios haben Erfahrung damit und liefern passende Bilder in wenigen Minuten.
Legen Sie alle Dokumente der Familie in eine Mappe im Handgepäck, am besten zusätzlich als Kopie auf dem Telefon. So haben Sie bei Check-in, Passkontrolle und Hotelankunft alles schnell zur Hand und müssen nicht im Gepäck suchen.
Reisevollmacht bei einem Elternteil
Reisen Sie nur mit einem Elternteil, mit Grosseltern oder anderen Erwachsenen, empfehlen wir eine schriftliche Einverständniserklärung der Eltern, die nicht mitreisen. Sie enthält Namen, Reisedaten, Ziel und Unterschrift. Manche Länder und Fluggesellschaften verlangen sie bei der Einreise oder beim Check-in.
Klären Sie die Regeln des Ziellandes bei der Botschaft, beim Konsulat oder beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten. Bewahren Sie Kopien der Ausweise getrennt von den Originalen auf.
Die Einverständniserklärung ist keine amtliche Pflicht in der Schweiz, wird aber im Ausland und von Fluggesellschaften manchmal verlangt. Ein einfaches Schreiben mit Kontaktdaten des anderen Elternteils und Kopie dessen Ausweises genügt in der Regel. Bei getrennten Eltern lohnt sich ein klares Einverständnis aller Beteiligten vor der Buchung.
Reiseapotheke und Gesundheit
Eine kleine Reiseapotheke gehört ins Handgepäck: Fiebermittel in kindgerechter Dosierung, Pflaster, Desinfektionsmittel, Mittel gegen Durchfall und Reiseübelkeit sowie Sonnenschutz. Packen Sie Medikamente in der Originalverpackung.
Prüfen Sie den Impfstatus Ihrer Kinder und klären Sie bei Fernreisen frühzeitig Impfungen mit der Kinderärztin, dem Kinderarzt oder einer Reisemedizin-Sprechstunde. Das Bundesamt für Gesundheit informiert über Zielregionen.
Bei Babys und Kleinkindern sind Ohrenschmerzen beim Landen häufig. Trinken oder Saugen hilft, bei Erkältung können Nasentropfen nach Rücksprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt sinnvoll sein. Klären Sie auch, ob ein Flug nach einer Ohrenentzündung möglich ist.
Sitzplätze, Gepäck und Kinderwagen
Kinder unter zwei Jahren reisen meist ohne eigenen Sitz auf dem Schoss eines Erwachsenen, mit einem speziellen Gurt. Ab zwei Jahren brauchen Kinder einen eigenen Sitz. Die Regeln unterscheiden sich je Fluggesellschaft, klären Sie Freigepäck und Babykorb vor der Buchung.
Reservieren Sie Sitzplätze nebeneinander. Kinderwagen können oft bis zum Flugzeug mitgeführt werden, prüfen Sie die Regeln im Voraus. Autositze brauchen Sie am Ziel, fragen Sie bei Mietwagen und Transfers nach.
Fragen Sie bei der Fluggesellschaft nach Familienbereichen am Flughafen und nach Vorabend-Check-in. Viele Flughäfen bieten Spielecken und Familienspuren bei der Sicherheitskontrolle an. Damit wird die Wartezeit kürzer und die Stimmung besser.
Flug planen: Zeit, Dauer und Beschäftigung
Wählen Sie Flugzeiten passend zum Rhythmus Ihrer Kinder. Nachtflüge funktionieren bei Fernreisen oft gut, weil Kinder schlafen. Bei Kurzstrecken sind Vormittagsflüge einfacher. Planen Sie Umstiege mit genügend Zeit.
Packen Sie Snacks, Getränke, Wechselkleidung, Windeln, Feuchttücher und kleine Überraschungen ein. Neue Spielsachen, Malbuch oder ein Tablet mit Kopfhörern helfen. Beim Start und bei der Landung unterstützt Trinken oder Saugen den Druckausgleich.
Teilen Sie die Beschäftigung in kleine Päckchen auf, die Sie nacheinander hervorholen. So bleibt die Aufmerksamkeit länger erhalten. Hörspiele oder Kinderlieder helfen auch bei Turbulenzen, und ein kleines Kissen erleichtert das Einschlafen.
Jetlag und Ankunft
Der Jetlag trifft Kinder unterschiedlich. Als Faustregel braucht der Körper einen Tag pro Stunde Zeitverschiebung. Planen Sie die ersten Tage ruhig, mit Tageslicht, kurzen Ausflügen und frühen Abenden.
Passen Sie Schlaf- und Essenszeiten schrittweise an. Bei Kurzstrecken in Europa ist die Zeitverschiebung klein und kaum ein Thema.
Planen Sie die Ankunft so, dass Sie am Zielort ohne Hektik ins Hotel kommen. Ein Transfer mit Kindersitz ist oft entspannter als ein Mietwagen direkt nach dem Flug. Haben Sie das Zimmer vorab bestellt, bitten Sie um ein Babybett und eine ruhige Lage.
Nehmen Sie am ersten Tag einige vertraute Dinge mit: das Lieblingsstofftier, das gewohnte Nachtlicht oder ein Hörspiel. Das erleichtert Kindern das Einschlafen in der fremden Umgebung.
Checkliste fürs Handgepäck
Im Handgepäck sollten Sie haben: Ausweise und Einverständniserklärung, Buchungsbestätigung, Reiseversicherung, Windeln oder Wechselhosen, Feuchttücher, Wechselkleidung für Kind und Erwachsene, Snacks und Getränke, Medikamente, Kuscheltier, Schnuller und Beschäftigung.
Beachten Sie die Regeln für Flüssigkeiten bei der Sicherheitskontrolle. Babynahrung und Medikamente sind in der Regel erlaubt, müssen aber oft separat vorgezeigt werden. Fragen Sie vorher bei der Fluggesellschaft nach den aktuellen Bestimmungen und lassen Sie genügend Zeit für die Kontrolle.






