Ratgeber
Packliste Trekking: Ausrüstung für Mehrtagestouren
Von Swiss Vibes Adventure, aktualisiert am
Auf einer Mehrtagestour tragen Sie alles selbst, deshalb entscheidet die Packliste über Komfort und Sicherheit. Dieser Ratgeber zeigt, was in den Rucksack gehört und was Sie zu Hause lassen können. Er geht von Touren in Europa, Nepal oder Afrika aus und nennt Richtwerte für Gewicht und Ausrüstung. Prüfen Sie die Liste immer gegen Ziel, Jahreszeit und Hinweise Ihres Guides.
Schuhe und Socken: die wichtigste Investition
Schuhe sind der wichtigste Ausrüstungsgegenstand. Sie sollten eingelaufen, wasserdicht oder gut imprägniert und für Ihr Gelände geeignet sein. Für Hüttentouren in den Alpen und Treks in Nepal sind knöchelhohe Wanderschuhe mit griffiger Sohle sinnvoll, für sanfte Wege reichen niedrige Modelle.
Kaufen Sie neue Schuhe mindestens vier bis sechs Wochen vor der Reise und gehen Sie damit mehrere längere Touren. Blasen entstehen fast immer durch neue oder schlecht sitzende Schuhe. Nehmen Sie am Tag der Anprobe die Socken mit, die Sie auf der Tour tragen werden.
Packen Sie mindestens drei Paar Wandersocken aus Merino oder Kunstfaser ein, dazu ein Paar für die Hütte. Baumwolle trocknet schlecht und scheuert, sie gehört nicht in den Rucksack.
Prüfen Sie vor der Reise auch die Sohle. Abgenutzte Profile rutschen auf nassem Fels und Schotter, eine Auffrischung beim Schuhmacher kostet wenig. Für Touren auf Gletschern oder im Winter sind steigeisenfeste Schuhe nötig, diese lassen sich oft vor Ort leihen.
Schichtensystem: Kälte, Wind und Regen
Auf Touren wechseln Temperatur und Wetter schnell. Das Schichtensystem löst das mit drei Lagen: ein Funktionsshirt auf der Haut, eine wärmende Lage aus Fleece oder leichter Daune und eine wind- und wasserdichte Aussenschicht. Sie ziehen an oder aus, ohne den Rucksack neu zu packen.
Für Touren über 3’000 Metern kommen eine warme Mütze, Handschuhe und eine Daunenjacke hinzu. In Nepal und am Kilimanjaro sind die Nächte auch im Sommer kalt, der Temperaturunterschied zwischen Tal und Gipfel beträgt oft 25 Grad oder mehr. Auf Island zählt vor allem Windschutz.
Eine Regenhose ist leicht und lohnt sich fast immer. Bei Hitze, etwa in Jordanien oder im Atlas, braucht es dazu Sonnenhut, langärmlige leichte Kleidung und Sonnenbrille mit gutem UV-Schutz.
Rucksack, Stöcke und Trinksystem
Für Touren mit Gepäcktransport reicht ein Tagesrucksack mit rund 25 bis 35 Litern. Wer alles selbst trägt, braucht je nach Dauer 40 bis 60 Liter. Achten Sie auf einen Hüftgurt, der das Gewicht verteilt, und passen Sie die Rückenlänge an. Lassen Sie sich im Fachgeschäft beraten.
Als Richtwert sollte das Gesamtgewicht nicht mehr als rund zehn Prozent Ihres Körpergewichts übersteigen, auf Mehrtagestouren ohne Träger höchstens bis etwa 15 Prozent. Jedes Kilo zählt, besonders im Aufstieg.
Trekkingstöcke entlasten Knie und Gelenke, vor allem im Abstieg. Ein Trinksystem mit Schlauch oder zwei Flaschen mit zusammen rund zwei bis drei Litern genügt. Ein Wasserfilter oder Tabletten sind in manchen Regionen sinnvoll, fragen Sie Ihren Guide.
Ein Regenüberzug für den Rucksack ist leicht und schützt Inhalt und Gewicht. Packen Sie zusätzlich wichtige Dinge wie Schlafsack, Wechselkleidung und Elektronik in wasserdichte Beutel, denn auch ein Regenüberzug lässt bei starkem Wind Wasser durch.
Schlafen, Hygiene und Kleinteile
In Hütten ist meist ein dünner Hüttenschlafsack Pflicht, der Schlafsack selbst wird gestellt oder wird auf Wunsch geliehen. In Nepal oder am Kilimanjaro kann ein Schlafsack bis etwa minus zehn Grad Komfortbereich nötig sein, viele Veranstalter vermieten ihn.
Zur Hygiene gehören eine kleine Zahnbürste, Seife, biologisch abbaubare Reinigungsmittel, Taschentücher, Desinfektionsgel und eine kleine Kulturtasche. Packen Sie Toilettenpapier und einen Beutel für Abfall ein, denn auf vielen Touren gibt es keine Entsorgung.
Kleinteile mit grossem Nutzen sind Stirnlampe mit Ersatzbatterien, Taschenmesser, Mini-Nähset, Panzerband, Ohrstöpsel und wiederverschliessbare Beutel. Eine leichte Powerbank hält Telefon und Kamera am Laufen.
Eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und ein Lippenschutz sind in der Höhe unverzichtbar, weil die UV-Strahlung mit jedem Höhenmeter zunimmt. Vergessen Sie auch nicht Ohrenschutz und Handschuhe für kalte Morgen.
Apotheke und Dokumente
Eine kleine Reiseapotheke gehört in jeden Rucksack: Schmerz- und Fiebermittel, Pflaster, Blasenpflaster, Elastikbinde, Desinfektion, Mittel gegen Durchfall und Übelkeit, persönliche Medikamente und gegebenenfalls Mittel für die Höhe nach ärztlicher Absprache. Prüfen Sie Einfuhrregeln für Ihre Medikamente.
Dokumente bewahren Sie wasserdicht auf: Pass, Visum, Versicherungsnachweis, Kontaktdaten für Notfälle, Impfausweis und Bestätigung der Reise. Machen Sie Kopien und speichern Sie sie digital. Ein wenig Bargeld in lokaler Währung ist unterwegs oft nützlicher als Karten.
Informieren Sie eine Vertrauensperson in der Schweiz über Ihre Route und die Kontaktdaten des Veranstalters. Das kostet fünf Minuten und kann im Ernstfall wertvoll sein.
Elektronik braucht Platz und Schutz. Nehmen Sie Ladekabel, Stecker für das Zielland und eine kleine Powerbank mit. Bei Kälte verlieren Akkus schnell Leistung, tragen Sie das Telefon deshalb nah am Körper.
Leihen statt kaufen
Nicht alles muss gekauft werden. Schlafsäcke, Trekkingstöcke, Daunenjacken und manchmal Rucksäcke lassen sich in Nepal, Tansania oder Patagonien leihen. Das spart Gewicht im Flug und Geld, solange die Qualität stimmt. Fragen Sie nach, was der Veranstalter stellt und was nicht.
Eigene Schuhe, Wäsche und Regenschutz gehören dagegen immer ins eigene Gepäck. Dort entscheidet die Passform. Auch Medikamente, Sonnenbrille und Kontaktlinsen sollten Sie selbst mitbringen.
Wir senden Ihnen nach der Buchung eine Packliste für Ziel und Jahreszeit und besprechen offene Fragen im Videocall. Ein Probepacken eine Woche vor Abreise zeigt, ob Gewicht und Platz stimmen.
Gewicht sparen und richtig packen
Wiegen Sie Ihre Ausrüstung vor der Reise und streichen Sie, was Sie nicht zwingend brauchen. Oft sparen schon eine kleinere Kulturtasche, ein leichteres Buch und weniger Wechselkleidung ein bis zwei Kilo. Auf einer Mehrtagestour spüren Sie jedes Kilo.
Packen Sie schwere Dinge nah am Rücken und in der Mitte des Rucksacks, leichte Dinge nach unten und aussen. Regenschutz, Snacks, Sonnencreme und Kamera gehören an einen Ort, an den Sie ohne Absetzen herankommen. Verpacken Sie Kleidung in Beuteln, so bleibt sie bei Regen trocken und lässt sich leichter sortieren.
Rechnen Sie die Fluggepäckgrenzen mit ein, denn Schuhe und Jacke tragen Sie am besten im Flugzeug. So bleibt das aufgegebene Gepäck leichter, und Sie sind bei verspätetem Koffer nicht ohne wichtige Ausrüstung.
Ein Probepacken eine Woche vor Abreise lohnt sich immer. Gehen Sie danach einmal mit gepacktem Rucksack eine Stunde spazieren, so zeigen sich Druckstellen und überflüssige Dinge sofort.