Ratgeber

Zwiebelprinzip: Kleidung beim Wandern schichten

Beim Zwiebelprinzip tragen Sie drei Schichten: eine Basisschicht, die Feuchtigkeit nach aussen leitet, eine wärmende Mittelschicht und eine wind und wasserdichte Aussenschicht. So passen Sie sich wechselndem Wetter an, indem Sie Schichten ausziehen oder anziehen. Adventure ist ein Schweizer Reisebüro mit Videoberatung.

Von Adventure, Stand

Schritt für Schritt

  1. Wählen Sie eine Basisschicht aus Merinowolle oder Kunstfaser.
  2. Ergänzen Sie eine Mittelschicht, etwa Fleece oder leichte Daune.
  3. Packen Sie eine wind und wasserdichte Aussenschicht ein.
  4. Starten Sie lieber etwas kühl und ziehen Sie vor dem Schwitzen Schichten aus.
  5. Behalten Sie trockene Reservekleidung für Pausen und Nacht.

Checkliste

  • Basisschicht, nicht aus Baumwolle
  • Fleece oder leichte Isolationsjacke
  • Regenjacke und Regenhose
  • Mütze und Handschuhe
  • Sonnenhut und Sonnenbrille
  • Trockene Socken als Reserve
  • Kleidung für Hütte und Nacht getrennt

Auf Trekkingreisen wechseln Temperatur und Wetter oft innerhalb weniger Stunden. Wer nur eine dicke Jacke trägt, schwitzt beim Aufstieg und friert bei der Pause. Das Zwiebelprinzip löst dieses Problem mit mehreren dünnen Schichten, die sich einzeln anpassen lassen. Dieser Ratgeber erklärt die Schichten, die Materialien und typische Fehler. Wer richtig schichtet, schwitzt weniger und friert seltener, auch bei wechselndem Wetter.

Basisschicht: Feuchtigkeit weg von der Haut

Die erste Schicht liegt direkt auf der Haut und soll Schweiss nach aussen leiten. Geeignet sind Merinowolle und Kunstfasern, die schnell trocknen und auch nass nicht auskühlen.

Baumwolle ist beim Trekking ungeeignet, weil sie Feuchtigkeit speichert und lange nass bleibt. Das fühlt sich bei Pausen schnell kalt an.

Merinowolle bleibt länger geruchsfrei und eignet sich daher für Mehrtagestouren. Kunstfasern trocknen oft schneller. Beides funktioniert, wenn die Passform eng, aber nicht einschnürend ist. Achten Sie bei Merinowolle auf eine feine Qualität, die weniger kratzt. Beim ersten Tragen lohnt sich ein Test zu Hause, damit keine Überraschung auf der Tour entsteht. Auch Unterwäsche und Socken gehören zur Basisschicht. Wählen Sie Modelle ohne grobe Nähte, damit nichts scheuert, und tragen Sie sie vor der Reise mehrmals zur Probe.

Mittelschicht: Wärme speichern

Die Mittelschicht hält die Körperwärme. Fleece ist robust und wärmt auch feucht, leichte Daunen oder Kunstfaserjacken sind kompakter und wärmer pro Gewicht.

Wählen Sie die Dicke nach Ziel und Jahreszeit. In grosser Höhe oder kalten Nächten brauchen Sie mehr als bei Sommerwanderungen in Slowenien.

Eine Daunenjacke verliert bei Nässe an Wirkung. Verpacken Sie sie deshalb im wasserdichten Packsack. Eine dünne Weste kann zusätzlich Rumpf und Nieren wärmen, ohne die Arme zu überhitzen. Sie lässt sich leicht an und ausziehen und passt in jeden Tagesrucksack. Ein Gilet aus Daune oder Kunstfaser ist eine leichte Ergänzung für kalte Morgen. Es wärmt den Rumpf und lässt die Arme frei.

Aussenschicht: Wind und Regen abhalten

Die Aussenschicht schützt vor Wind und Nässe. Eine atmungsaktive Regenjacke mit Kapuze gehört bei jeder Tour in den Rucksack, auch bei gutem Wetter. Eine Regenhose ist auf Island, in Patagonien und am Kilimanjaro sinnvoll.

Wasserdichte Jacken sind nicht völlig atmungsaktiv. Öffnen Sie Reissverschlüsse unter den Armen, wenn Sie schwitzen, und ziehen Sie die Jacke bei Anstrengung lieber aus. Prüfen Sie vor der Reise, ob die Regenjacke dicht ist, und imprägnieren Sie sie bei Bedarf. Eine zu eng sitzende Jacke lässt sich über der Mittelschicht kaum tragen.

Kopf, Hände und Füsse nicht vergessen

Über Kopf und Hände geht viel Wärme verloren, und beide lassen sich schnell an und ausziehen. Eine dünne Mütze und leichte Handschuhe wiegen wenig und helfen in Pausen und auf Pässen.

Im Sommer brauchen Sie ebenso Sonnenhut, Brille und Sonnenschutz, besonders in der Höhe. Trockene Socken als Reserve gehören auch in den kleinen Rucksack. Denken Sie an Reserve für Nässe. Trockene Handschuhe und Socken sind auf einer Tour mit Regen mehr wert als ein weiteres Teil Oberbekleidung. Gamaschen schützen bei Nässe und Schnee vor eindringendem Wasser und Schmutz. Auf Island, in Patagonien oder auf höheren Routen sind sie eine sinnvolle Ergänzung.

Schichten im Alltag der Tour

Ziehen Sie sich vor dem Aufstieg eine Schicht aus, bevor Sie zu schwitzen beginnen, und ziehen Sie bei Pausen sofort eine an. Dieses Wechseln ist der Kern des Prinzips.

Mehr Ausrüstung finden Sie in der [Packliste für Trekking](/m/adventure/planen). Besprechen Sie Ihr Ziel mit uns, damit die Kleidung zu Klima und Höhe passt. Üben Sie das Schichtenwechseln auf Tageswanderungen vor der Reise. So wissen Sie, welche Kombination für welche Temperatur passt.

Typische Fehler beim Schichten

Ein häufiger Fehler ist, zu warm zu starten. Wer schon am Anfang schwitzt, hat bei der ersten Pause nasse Kleidung und friert. Starten Sie lieber leicht kühl und lassen Sie den Körper warm werden.

Auch Baumwolle als Basisschicht und zu enge Kleidung sind verbreitet. Enge Schichten isolieren schlechter, weil keine Luft dazwischen bleibt. Wählen Sie Passformen mit etwas Spielraum.

Vergessen wird oft der Wechsel in Pausen. Ziehen Sie sofort eine Schicht an, wenn Sie stehen bleiben, und packen Sie sie nach dem Weitergehen wieder ein.

Beispiele

Weitere Ratgeber

Häufige Fragen

Wie viele Schichten brauche ich?

Meist drei: Basis, Mittelschicht und Aussenschicht. Je nach Ziel kommen zusätzliche dünne Schichten hinzu.

Ist Merino besser als Kunstfaser?

Merino bleibt länger geruchsfrei, Kunstfaser trocknet oft schneller. Beides ist geeignet.

Brauche ich eine Regenhose?

Auf Island, in Patagonien und am Kilimanjaro ist sie sinnvoll. In trockenen Regionen reicht oft eine Jacke.

Was ziehe ich nachts an?

Trockene Kleidung getrennt vom Wandertag, damit Sie nicht in feuchten Sachen schlafen.

Wie wasche ich Funktionskleidung?

Nach Herstellerangaben, meist ohne Weichspüler, damit die Funktion erhalten bleibt.

Was zeichnet Adventure aus?

Adventure plant Aktivreisen mit Schwerpunkt auf Natur, Bewegung und realistischem Anspruch. Wir planen Zwiebelprinzip: Kleidung beim Wandern schichten per Videocall nach Ihrer Erfahrung und Kondition.